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Filmpalast im Hinterhof – Kino-Serie der Süddeutschen Zeitung VI

Vollständigen Artikel lesen (erschienen am 4. August 2016)

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Ins Kino hineingeboren: Elisabeth Kuonen-Reich, viel beschäftigte Betreiberin des Rio Filmpalastes am Rosenheimer Platz. (Foto: Catherina Hess)

Es ist gar nicht so leicht für Elisabeth Kuonen-Reich, Zeit für ein Gespräch zu finden, so viel ist in ihrem Rio zu tun: Die Eröffnungsfeier der 64. Filmkunstwochen fand hier statt, das Herbstprogramm muss geplant und Stammgäste im hauseigenen Café betreut werden. „Ein Kino ist ein Vollzeit-Job“, sagt Kuonen-Reich. Kaum einen Moment kann sie ruhig am Tisch sitzen, hat ein Auge auf alles, was in ihrem Filmpalast am Rosenheimer Platz passiert. „Angeboren“ wurde ihr dieses „Kino-Gen“, sagt sie. Bereits der Großvater war Kinobetreiber, die Eltern führten erst ein Haus in Nürnberg und gründeten dann in München den Familienbetrieb im neugebauten Rio. Kuonen-Reich wurde 1961 kurz nach der Eröffnung „sozusagen ins Kino hineingeboren.“ Einen einzelnen Saal mit 700 Plätzen hatte das neue Lichtspielhaus, dieser steht im Hinterhof eines Wohnblocks. Die Häuserfront teilt sich das Rio mit einem Bäcker, einer Apotheke und einer Bank. „So wurden eben in den Sechzigern die Kinos gebaut, mitten in die Nachbarschaft hinein.“ Vierzehn Kinos gab es damals in Haidhausen, nur das Rio hat die Jahre überlebt, aber Umbauten waren nötig. Aus dem Saal wurden ein „roter Salon“ mit 350 und ein blauer mit 100 Sitzen.