Die 74. Filmkunstwochen München gehen in die 2. Woche – ausgewählte Highlights
Nicolas Humbert kennt man als Regisseur ikonischer Musik-Dokumentarfilme wie STEP ACROSS THE BORDER oder MIDDLE OF THE MOMENT. 1999 schuf er zusammen mit Werner Penzel ein Portrait über den amerikanischen Dichter Robert Lax, kurz vor dessen Tod. Den Film nannte er nach einem seiner Gedichte: WHY SHOULD I BUY A BED WHEN ALL THAT I WANT IS SLEEP?

Über dreißig Jahre lebte Robert Lax als Einsiedler auf der griechischen Insel Patmos, ließ sich nur von wenigen Künstlerfreunden stören, zu denen Nicolas Humbert und sein Freund Werner Penzel gehörten. Vergangenes Jahr hat Humbert ein Musikalbum veröffentlicht, das auf den kompletten Tonaufnahmen während der Drehaufnahmen basiert. Aus ihnen entstand die Audio-Komposition »Robert Lax – Living in the Present« – ein Soundscape und Erinnerungsspur einer langjährigen Freundschaft.
Im Rahmen der 74. Filmkunstwochen wird das Album »Robert Lax – Living in the Present« in Teilen im Theatiner-Kino aufgeführt. Zu Gast sind die Musikerinnen Carina Khorkhordina und Miki Yui, außerdem Nicolas Humbert.
(Freitag, 31.7., 19:30, Theatiner Filmkunst, Filmvorführung mit Konzert)
Die Filmstadt München ist dieses Jahr wieder zu Gast bei den Filmkunstwochen. Ganz besonders hinweisen möchten wir auf die Filme von Cinema Iran, das dieses Jahr als Festival aufgrund der anhaltenden Kriegsereignisse im Iran nicht stattfindet. Umso schöner, dass im Rahmen des Themenschwerpunkts im Neuen Maxim »Literally Arts« von Cinema Iran zwei Filme gezeigt werden. LOLITA LESEN IN TEHERAN erzählt von Literatur als Überlebensstrategie (Di 4.8. 20:40 Neues Maxim). In ROYA (5.8. 20:40 Neues Maxim) ist die Titelfigur wegen ihrer politischen Überzeugungen im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Die Leiterin von Cinema Iran, Silvia Bauer, ist an beiden Terminen zu Gast.
Auch das DOK.fest gibt sich wieder die Ehre im City-Kino. MEANWHILE IN NAMIBIA wurde dieses Jahr mit dem »Viktoria Deutsch« ausgezeichnet. Im Film von Jonas Spriesterbach geht es um Reparationszahlungen an Namibia für den begangenen Völkermord an den Indigenen durch die deutsche Kolonialmacht. (So 02.08.13:00 City, der Regisseur ist zu Gast).
Im Rottmann ist vom italienischen Film-Club Circolo Cento Fiori ONDE DI TERRA zu sehen (Sa 01.08. 18:00, Rottmann), der in den Langhe der 1970er-Jahre spielt, als sich das Land durch die zunehmende Industriallisierung entvölkert.

Ausstellung & Performance! Im Neuen Maxim geht es im kühlen Untergeschoss weiter mit der Ausstellung “Licht am Ende des Tunnels”.
Im »Open Door«-Kino finden sich filmische Aufzeichnungen, Momentaufnahmen und »Miniaturen des Naheliegenden«, festgehalten mit einer Webcam (Sa 01.08.17:00). Bei der »Artschool Confidential« gibt es 60 Minuten lang eine kurzweilige Hypermontage rund um das Thema »Frame« zu sehen. Motto: Einmal einfach nur aus dem Rahmen fallen (So 02.08. 20:00).
Hier gibt es das Programm der Kino-Live-Veranstaltungen.
Das Neue Rex und das Kino Solln im Münchner Westen sowie das Rottmann in der Maxvorstadt haben sich dieses Jahr ganz dem Thema »Erinnerung und (fremde) Heimat« verschrieben. Im Programm finden sich eine Liebeserklärung an die WELT AN DER WÜRM (Sa 01.08. 18:00 Kino Solln, mit Gast) und RUINENSCHLEICHER UND SCHACHTERLEIS – MÜNCHEN NACH 1945 über die unmittelbaren Münchner Nachkriegsjahre (So 02.08. 11:00 Kino Solln). Die Filmemacher sind zu Gast.
Alle Termine von Erinnerung und (fremde) Heimat.

Spot on! Die 74. Filmkunstwochen München feiern ein Sommerfest des Kinos mit Hommagen, Retrospektiven, Kinogeschichte und Previews.
Neu ist dieses Jahr „Kino Live“! Die Late Night Film Lecture ist mit einer 4. Staffel zurück, und das Bollerwagen-Kino führt diesmal durch Berg am Laim.

