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Shakespeare im Kino

Mit der Reihe Shakespeare im Kino verwirklicht der ABC-Kinobetreiber Thomas Kuchenreuther ein von langer Hand vorbereitetes Programm. Der Filmkritiker Georg Seeßlen stellte fest, dass der englische Dramatiker den wohl größten Einfluss auf die Filmgeschichte hat.

„Es finden sich so viele Motive Shakespeares in der Kinogeschichte, dass man meinen könnte, er habe die Filmkunst erfunden. Ein guter Shakespeare-Film muss nicht viel von Shakespeare zeigen. Er muss mit Shakespeare sehen. “ (Georg Seeßlen)

Lesen Sie hier eine ausführliche Ankündigung von Fritz Göttler (Süddeutsche Zeitung).

© Orson Welles, Chimes at Midnight (1965)

Falstaff | Chimes at Midnight
So 28.7. 15:30 (dt.) | Do 8.8. 20:15 (OmU) ABC

FR/ES/CH 1965 | 112 Min | R: Orson Welles | Mit Orson Welles, Jeanne Moreau
Welles vereint Shakespeares Königsdramen „Heinrich IV.“, „Heinrich V.“, „Richard II.“ und die Falstaff-Komödie „Die lustigen Weiber von Windsor“ in eindrucksvollen impressionistischen Bildern mit großartigen Schauspielern.

“Falstaff ist wie ein mit Lastern geschmückter Weihnachtsbaum. Der Baum selbst ist völlige Unschuld und Liebe.”  (Orson Welles)

© John Ford, My Darling Clementine (1946)

My Darling Clementine
Mo 29. 7. 20:15 (OmU) | Di 30.7. 16:00 (dt.) | Fr 9.8. 16:00 (dt.) ABC

US 1946 | 97 Min | R: John Ford | Mit Henry Fonda, Linda Darnell
Frontier-Rache-Western, der in Tombstone fast zum Stillstand kommt, als ein trunkener Schauspieler im Saloon im „Hamlet“- Monolog stecken bleibt und Doc Holiday ihm weiterhilft. Der eine ist so ratlos wie der andere kurz darauf tot.

“MY DARLING CLEMENTINE ist der größte mythopoetische Western“  (Joe Hembus, Westernlexikon)

© Akira Kurosawa, Das Schloss im Spinnwebwald (1957)

Das Schloss im Spinnwebwald | Kumonosu-jō
Mi. 31. 7. 20:15 (OmU) | Do 1.8. 15:45 (OmU) | Mo 12.8. 15:30 ABC (OmU)

JP 1957 | 105 Min | R: Akira Kurosawa | Mit Toshiro Mifune
Shake­speares „Macbeth“ um den Aufstieg und Nieder­gang des königlichen Heerführers überträgt Kurosawa ins historische Japan und vereint das Stück auf bahnbrechende Weise mit der forma­li­sierten Ästhetik des japanischen Nō-Theaters.

Hintergrund: Die Nähe zum Theater ist eine der Besonderheiten des frühen japanischen Kinos. Anders als im Westen, wo die Bilder “laufen lernten” und als Fortentwicklung der Fotografie gesehen wurde, galt das Kino in Japan als Bühnenkunst. Wie das Kabuki und das Nō-Theater hatte das Kino einen “Filmerklärer” (benshi), der mit im Kinosaal saß und den Zuschauern das Gesehene erklärte. Dies war einer der Gründe, warum sich der Tonfilm in Japan erst ab 1931 durchsetzte. Akira Kurosawa verschmelzt in DAS SCHLOSS IM SPINNWEBWALD das westliche Drama mit der östlichen Theatertradition.

“Die Elemente des Nō sind besonders in der Figur der Asaji fokussiert, eine interessante Variante wenn man bedenkt, dass Frauen erst wenige Jahrzehnte vor dem Dreh des Films erstmals Rollen in Nō-Aufführungen spielen durften. Auffallend sind besonders Asajis starres, ausdrucksloses Gesicht, das an eine Noh-Maske erinnert sowie ihre manierierten, minimierten Bewegungen. Dazu kommt noch die Inszenierung ihrer Auftritte, die sie fast immer in einem bühnenartigen räumlichen Kontext zeigen. Am konzentriertesten treten alle diese Motive in ihrer finalen Szene auf, in der sie, dem Wahnsinn verfallen, verzweifelt versucht, das Blut und damit ihre Schuld von ihren Händen zu waschen.” (Japankino)

Would you like to see? – Der Trailer der 64. Filmkunstwochen

64. Filmkunstwochen München 2016 – Trailer von Kathrin Herwig (schriftbild.net)

We proudly present: Unser Trailer mit Scarlett Johansson! Die strahlende Mermaid, die zu Eis, Wasser und Sommer einlädt, haben wir mit Filmmusik aus einer Darbietung von Esther Williams unterlegt, die Referenz für Johanssons Rolle in HAIL, CAESAR! “Would you like to see?” sagt Johansson am Schluss unseres Trailers – eine Dialogzeile aus HER.
Beide Filme sind auf den Filmkunstwochen zu sehen!

Rückschau: 62. Filmkunstwochen 2014

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Das war unser Motiv 2014. Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo in Jean-Luc Godards AUSSER ATEM von 1960, mit dem JLG, wie er kurz und knapp genannt wird, Filmgeschichte geschrieben und die Nouvelle Vague eingeläutet hat. JLG soll nach dem Erfolg seines Films übrigens gesagt haben, er hoffe, dass sein nächster Film ein Misserfolg werde, sonst wäre er nicht  motiviert, weiterhin Film zu drehen. JLG wollte eben niemandem gefallen…

Bei den 62. Filmkunstwochen München liefen eine ganze Reihe kultiger Klassiker, von denen viele die Filmgeschichte beeinflusst,  markige Sprüche hervorgebracht oder Musik geliefert haben, die uns heute direkt in die Filme versetzt. Die 62. Filmkunstwochen waren ein musikalischer Jahrgang.

Sechs Münchner Kinos waren dabei: Atelier/City, Studio Isabella, Monopol, Rio Filmpalast, Neues Rottman, Filmeck Gräfelfing. Sie alle scherten aus dem Verleihangebot aus und machten ein vielfältiges Sommerprogramm gemäß dem Motto: Münchner Kinos machen Programm.
Nachzulesen in unserem Archiv…