LATE NIGHT FILM LECTURE: Alle Nacht Super-8!

Morgen gibt’s eine Late Night Film Lecture als Gastspiel der Filmkunstwochen im Werkstattkino. Unter dem Motto „Alle Nacht Super-8“ zeigt Bernd Brehmer komprimierte Höhepunkte der Filmgeschichte.
Samstag, 30.7., 22:30 Uhr, Werkstattkino

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Psycho in 20 Minuten? Alien auf 120 Meter? Die zehn Gebote schwarzweiss und die Marx Brothers ohne Ton, aber dafür untertitelt? Ja, geht denn das? Ja, darf man das? Und wie: Denn tatsächlich gäbe Hitchcocks Klassiker einen veritablen Kurzfilm ab, mal vorausgesetzt, man kennt das Original nicht! Und Cecil B. DeMilles Monumentalschinken erfährt durch diese Transformation plötzlich quasi avantgardistische Qualitäten. Dass in den Kurzfassungen erfolgreicher Katastrophenfilme oftmals nur noch die Katastrophe übrig blieb, liegt in der Natur der Sache. Was manche Leute «pervers» nannten, entsprach einfach nur dem Wunsch, ein Stück Kino mit nach Hause zu nehmen. Was allerdings seinen Preis hatte, denn für zwanzig Minuten Schmalfilm musste man tief in die Tasche greifen. Aber dieser kostspielige Umstand bildete nicht selten den Grundstein für kommende «seriöse» Filmsammlungen.

Dieses Super-8-Programm von Bernd Brehmer nimmt Sie mit auf eine abenteuerliche und amüsante (Zeit-)Reise in die Prähistorie des Home Entertainments, inklusive Ausflügen in die Hinterzimmer der Filmgeschichte!

Grande Dame der Lichtspielhäuser – Kino-Serie der Süddeutschen Zeitung II

Vollständigen Artikel lesen (erschienen am 26. Juli 2016)

Marlies Kirchner vom Theatiner-Kino setzt auf Originalversionen und analoge Projektion
Von Christina Koormann

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Zu ihr blicken auch die Filmstars auf: Marlies Kirchner, hier vor einem Plakat zum Film „Lo straniero“ (1967) mit Marcello Mastroianni. (Foto: Robert Haas)

Während der 64. Filmkunstwochen zeigt das Theatiner-Kino zwei von drei ausgewählten Filmen mit dem 35-Millimeter-Projektor, der neben den Projektoren im Filmmuseum und im Werkstattkino einer der wenigen noch funktionierenden in München ist – noch eine Besonderheit, die das Kino in sich birgt. 2012 musste der Projektor einem digitalen Nachfolger weichen, „das haben wir sehr bedauert“, sagt Kirchner. „Meine Mitarbeiter und ich sind allesamt große 35-Millimeter-Fans.“ Einsatzfähig ist der Projektor jedoch nach wie vor. Peter Goedel, Regisseur von „Tanger – Die Legende einer Stadt“, und Nicolas Humbert, Regisseur von „Step Across The Border“, sind deshalb auf sie zugekommen, um ihre 35-Millimeter-Kopien während der Filmkunstwochen hier zu zeigen. „Andere Kinos können das nicht“, sagt Kirchner. Somit ist der Projektor ein Aushängeschild für echte Filmliebhaber. Der dritte Film im Programm der Filmkunstwochen – „Retour chez ma mère“ („Willkommen im Hotel Mama“) – läuft am Sonntag, 7. August, in der Preview – in digitaler Version.

Wenn die Theatiner-Filmkunst im kommenden Jahr 60 Jahre alt wird, soll zu diesem Anlass eine ganze Serie mit Filmen auf 35 Millimeter gezeigt werden. „Wir hoffen, dass wir die alten Klassiker des Hauses noch einmal zeigen können, Filme, die für das Kino sehr wichtig waren.“

ABDO – COMING OF AGE IN A REVOLUTION – Starter Filmpreis im ABC

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In Kairo lebend, durch­läuft Abdo seine Adoles­zenz unter dem Zeichen der Revo­lu­tion. Das Leben erscheint ihm plötzlich sinn­ent­leert, als die Versamm­lungen auf dem Tahrir-Platz aufhören und die Revo­lu­tion vorbei ist. Gedreht wurde während des arabi­schen Frühlings und danach, die Kamera zeigt oft aus subjek­tiver Perspek­tive die revo­lu­ti­onären Ereig­nisse, aber auch den Alltag und eine illegale Reise nach Gaza, wo sich Abdo den wahren Revo­lu­ti­onären anschließen wollte. »Was bedeuten Liebe und Hass in Zeiten von persön­li­chem und sozialem Wandel?«, fragt Regisseur Jakob Gross.
ABDO ist ein unbän­diger Film, der ganz und gar über die Notwen­dig­keit geht: zu filmen, Revo­lu­tion zu machen, Musik zu hören, sich einzu­mi­schen.

Vorführung am Donnerstag, 28.7. um 17:30 Uhr im ABC.
Es diskutieren mit dem Publikum:
Regisseur und Starter-Filmpreis-Gewinner Jakob Gross und Nicolas Humbert, Regisseur und Filmpate.
Um Vernet­zungen und Austausch zwischen den Gene­ra­tionen zu schaffen, wurde bei den Film­kunst­wo­chen erstmals eine Film­pa­ten­schaft kreiert, und die beiden Regis­seure werden sich aus ganz unter­schied­li­cher Perspek­tive über das Filme­ma­chen heute unter­halten.

Ein Mann namens Ove – Psychiatrie und Film im Rottmann II

Scheint übermächtig, sucht aber nach dem Sinn des Lebens: Ove, ein grantiger Nachbar
Scheint übermächtig, sucht aber doch nur nach dem Sinn des Lebens: Ove

Der Rentner Ove (Rolf Låssgard, bekannt als Kommissar Wallander) ist ein ungeliebter Nachbar, ständig grantig, auf seine Mitmenschen wirkt er unberechenbar. In dem Dauermuffel verbirgt sich aber eine verwundete Seele. Seit seine Frau verstorben ist, weiß Ove nicht mehr wirklich, was er mit dem Leben anfangen soll. Aber wer weiß schon, was der Sinn des Lebens ist? – EIN MANN NAMENS OVE des versierten schwedischen Regisseurs Hannes Holm lief in Schweden erfolgreicher in den Kinos als STAR WARS!

Bei den Filmkunstwochen am Dienstag, 26.7. um 18:30 Uhr im Neuen Rottmann diskutiert mit dem Publikum:
Dr. W. Stehling, Assistenzarzt am Klinikum rechts der Isar, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der TU München

Die ZEIT schreibt:
„Ein Mann namens Ove“ kombiniert den grantigen Mann mit dem großen Herz mit dem Thema Suizid, das an sich kein lustiges und damit kein besonders dankbares für eine Komödie ist. Die Gefahr der Verharmlosung schwingt dabei immer mit. Oves Selbstmordversuche müssen scheitern. Wäre das anders, wäre es mit dem Lachen schnell vorbei. Tatsächlich gelingt es dem Film, durch das einfache Mittel der Wiederholung komische Effekte zu produzieren.

Matinee mit Peter Goedel: TANGER – DIE LEGENDE EINER STADT (1998)

Armin Müller-Stahl: Stahl-blaue Augen in Tanger. Foto: Peter Goedel Filmproduktion
Armin Müller-Stahl: Stahl-blaue Augen in Tanger. Foto: Peter Goedel Filmproduktion

So. 24.7. 11:00 Uhr (OmU, 35mm!), Theatiner Filmkunst – Karten: 089 / 22 31 83– Peter Goedel ist zu Gast!

Der Münchner Regisseur Peter Goedel konnte 1998 eines der letzten Interviews mit Paul Bowles führen, bevor dieser 1999 in Tanger starb. Die marokkanische Küstenstadt hatte der amerikanische Autor („The Sheltering Sky“, dt. „Himmel über der Wüste“) in den 1930er Jahren zum ersten Mal bereist und war ihr seitdem verfallen. Die Orient-Faszination und der Reiz, sich zugleich auf der Schwelle zu Europa und in Reichweite der Sahara zu befinden, entwickelte einen regelrechten Sog auf Schriftsteller, die sich in Tanger niederließen: Tennessee Williams, Allen Ginsberg und William S. Burroughs machten aus der Stadt eine Hochburg der Popliteraten.
Peter Goedel hat rund um die Begegnung mit Paul Bowles eine Tanger-Fantasie geschaffen, die der Legende der Stadt nachgeht. Armin Müller-Stahl übernimmt die Nachforschungen in der Rolle eines Geheimagenten.

Rezension TangerZum Vergrößern bitte einfach aufs Bild klicken.

NICHT ALLES SCHLUCKEN – Psychiatrie und Film im Rottmann I

Streng in der Anordnung, packend in der Ausführung: NICHT ALLES SCHLUCKEN
Streng in der Anordnung, packend in der Ausführung: NICHT ALLES SCHLUCKEN

Sind Psychopharmaka wirklich böse? Wie gehen Angehörige, Betroffene und die Gesellschaft mit Psychosen um? Wie lässt es sich über die Selbst- oder Zwangseinweisung sprechen? „Irrenhaus“ ist zwar aus unserem Wortschatz verschwunden, die Stigmatisierung aber bleibt. NICHT ALLES SCHLUCKEN von Jana Kalms, Piet Stolz und Sebastian Winkels bricht das Schweigen und spricht gegen Tabu und Stigma an.

Bei den Filmkunstwochen am Montag, 25.7. um 18:30 Uhr im Neuen Rottmann diskutieren mit dem Publikum:
Dr. S. Mirisch, Leiter der Tagesklinik für psychisch Kranke, BRK Kreisverband München
Piet Stolz, Co-Regisseur und Gründer des Trialogischen Seminars

Der epd-Film schreibt:
Eigentlich dürfte es nicht überraschen, dass ein Dokumentarfilm, der von seelischen Krisen und ihrer Behandlung mit Psychopharmaka handelt, Emotionen auslöst. Und doch ist man als Zuschauer von Nicht alles schlucken am Ende nicht nur berührt im herkömmlichen Sinn, man ist schier überwältigt von den Gefühlen, die hier hör- und sichtbar wurden.

Website des Films

Billett zum Glück – Eine Serie der Süddeutschen Zeitung begleitet die Filmkunstwochen

Vollständigen Artikel lesen (erschienen am 19. Juli 2016)

An diesem Mittwoch beginnen die 64. Filmkunstwochen. Seit 1953 beteiligen sich daran Münchens aktivste Arthouse-Kinos. Eine SZ-Serie stellt die sieben diesjährigen Häuser und ihr Programm vor. Teil 1: Thomas Kuchenreuthers „ABC“ – Von Josef Grübl
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Ob Hochformat oder Breitwand, Thomas Kuchenreuther ist ein Mann der Bilder. Er betreibt seine Kinos mit wahrer Leidenschaft für die Filmkunst. (Foto: Robert Haas)

Wenn sich Cineasten unterhalten, wird es schnell assoziativ, so auch bei Thomas Kuchenreuther. Der gebürtige Franke hat in Schwabing drei Kinos, alle in unmittelbarer Laufnähe, neben dem ABC Filmkunst-Kino betreibt er noch das Leopold und die Kinos Münchner Freiheit. Spricht der Cineast Kuchenreuther also übers Programm der 64. Filmkunstwochen München, die an diesem Mittwoch eröffnet werden und bis zum 10. August laufen, springt er munter zwischen den einzelnen Filmen hin und her, jeder von ihnen ist nur einen Quergedanken voneinander entfernt. Da wäre zum Beispiel Miguel Gomes‘ dreiteiliger Filmreigen „1001 Nacht“, der die wirtschaftlichen Probleme Portugals mit den Mitteln persischer Märchen erzählt: Kuchenreuther verkettet seine Schwärmerei über dieses Filmereignis elegant mit dem deutschen Festival- und Publikumsliebling „Toni Erdmann“ von Maren Ade.

Damit ist er genau der richtige Mann für die Filmkunstwochen, die den Münchnern seit 1953 die Gelegenheit bieten, herausragende Produktionen des vergangenen Kinojahres nachzuholen. Hinzu kommt ein buntes Programm aus Retrospektiven, Previews und Gesprächsrunden. Nur so können die Filmkunstwochen überleben, niemand weiß das besser als Thomas Kuchenreuther: „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit“, sagt er, „deshalb blicken wir nicht nur zurück. Die Zuschauer sollen auch sehen, was sie in den kommenden Monaten erwartet“. Der Kinobetreiber ist in der Branche bestens vernetzt, auch deshalb kann er seinem Publikum schon vorab die neuen Filme von Pedro Almodóvar, Rebecca Miller oder Mia Hansen-Løve präsentieren. An den Filmkunstwochen nimmt er erst seit einigen Jahren teil, was umso erstaunlicher scheint, als das ABC eines der ältesten Programmkinos der Stadt ist.

EL OLIVO – DER OLIVENBAUM eröffnet die 64. Filmkunstwochen München

FKW16_einladung_S1Die 64. Filmkunstwochen München werden am Mittwoch, 20. Juli 2016, um 20:00 Uhr im Rio Filmpalast, Rosenheimer Str. 46, feierlich eröffnet.

Eröffnungsfilm ist das Roadmovie DER OLIVENBAUM der spanischen Regisseurin Icíar Bollaín (AUCH DER REGEN). Ihr Film führt auf der Suche nach einem zweitausend Jahre alten Olivenbaum, der von Bauern aus finanzieller Not verkauft wurde, bis in die Empfangshalle eines internationalen Unternehmens in Deutschland. Ein eindringliches Plädoyer, in der Not nicht die eigenen Werte zu verkaufen und sich auf die eigenen Stärken zu besinnen. Das Drehbuch schrieb Paul Laverty, preisgekrönter Autor von Ken Loach.

In Anwesenheit der Filmkunstwochen-Kinobetreiber von ABC, Monopol, Neues Rottmann, Rio Filmpalast, Studio Isabella, Theatiner Filmkunst, Filmeck Gräfelfing.

Reservierung für Film und anschließendem Empfang: 089 / 48 69 79

Would you like to see? – Der Trailer der 64. Filmkunstwochen

64. Filmkunstwochen München 2016 – Trailer von Kathrin Herwig (schriftbild.net)

We proudly present: Unser Trailer mit Scarlett Johansson! Die strahlende Mermaid, die zu Eis, Wasser und Sommer einlädt, haben wir mit Filmmusik aus einer Darbietung von Esther Williams unterlegt, die Referenz für Johanssons Rolle in HAIL, CAESAR! „Would you like to see?“ sagt Johansson am Schluss unseres Trailers – eine Dialogzeile aus HER.
Beide Filme sind auf den Filmkunstwochen zu sehen!

Die 64. Filmkunstwochen stellen vor…

FKW16_Plakat_212x300pxUnser Plakat 2016 (Foto:  Universal Pictures Germany) zeigt Scarlett Johansson als Wassernixe in einem Revue-Film der Goldenen Ära von Hollywood. Die Coen-Brothers, denen wir letztes Jahr eine umfassende Retrospektive widmeten, haben über die wichtigste Zeit der Studio-Filme ein großartiges Kompendium der Imitate geschaffen: HAIL, CAESAR! ist ein Film-im-Film, in dem neben dem Revue-Film noch das Making-off eines Musicals, eines Westerns und eines monumentalen Sandalenfilms (mit George Clooney) vorkommen.
Zu sehen am 5. und 8. August, 19:45 Uhr, Monopol Kinobar.

HAIL, CAESAR! ist eine Rückbesinnung auf die Glanzzeiten des Kinos und passt  deshalb so gut zu den Filmkunstwochen: Das Festival der Münchner Arthouse-Kinos sorgt seit 1953 für ein besonderes Programm im Sommer. Es gibt Gelegenheit, Filme nachzuholen, die man in der Hektik des Jahres verpasst hat, und hat außerdem zahlreiche Previews im Programm.
Wir wünschen einen guten Kino-Sommer!

FKW16_Programmheft_200x300pxHier gibt es unser Programmheft schon jetzt als Download!

Münchner Kinos machen Programm